24.09.2010

Auf der Suche nach einem neuen Vierbeiner für unsere Familie, bin ich auf der Seite der Tierhilfe Chalkidiki gelandet. Ich habe die Seite sorgfältig durchstöbert und mir liefen nicht nur einmal die Tränen. Mein Herz blutete. Der Entschluss war gefasst, ich bekomme einen Griechischen Straßenhund! Diese armen geschöpfe haben einfach ein neues, schönes, liebevolles und vorallem sicheres zu Hause verdient. Fern von allen Menschen, die ihnen weh tun wollen....

Ich las mir die Anzeigen der zu vermittelnden Tiere durch und wieder flossen bei fast jeder Anzeige meine Tränen. Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich jeder dieser armen Fellnasen ein zu Hause geben, aber es geht leider nicht. Ich suchte mir einen Hund aus und füllte das Kontaktformular aus, es dauerte nicht lange und ich bekam Antwort von Christine. Wir einigten uns darauf, das wir uns zum spazieren gehen treffen mit ihrem Hermes um uns besser kennenzulernen und damit sie sich bei uns umsehen kann, um das neue zu Hause zu begutachten. Ich war ganz ungeduldig und euphorisiert, ich wäre am liebsten gleich spazieren gegangen! :-) Ich hatte noch so viele Fragen, nicht nur über den besagten Hund, sondern allgemein über das Leben der Hunde in Griechenland. Aber ich wartete mehr oder weniger geduldig :-)

 

01.10.2010

Heute ist es soweit, Christine kommt zum Spaziergang. Inzwischen hatte ich mich via Internet über die Situation in Griechenland informiert und ich war entsetzt, was da alles in bezug auf Strassenhunde alles passiert. Wieder liefen mir stundenlang die Tränen und ich konnte nicht fassen, wie die Menschen mit den Tieren umgehen und wie wenig sie dort wert sind. Ich beschloss erstmal Geld zu spenden und Christines Verein beizutreten.

Ich saß bei meinen Eltern im Garten und wartete ungeduldig auf Christine, noch 2 Stunden und die Zeit vergeht überhaupt nicht..... Endlich ist sie da und wir unterhielten uns lange, gingen spazieren und das neue zu Hause wurde für gut befunden, mein Herz machte Freudensprünge :-) Während unseres Spazierganges entschlossen wir uns dazu, einen Hund zu wählen, der schon in einer deutschen Pflegefamilie lebt. Es geht dabei ja nicht nur um mich, sondern auch um Louisa, meine 10 jährige Tochter, meine Eltern, die während ich arbeite für den Hund da sind und um Laila und Zorro, meine beiden Katzen, die noch keine Hundeerfahrung haben. Also ging das durchstöbern der Internetseite wieder los und bald waren neue Hunde gefunden, wegen denen sich Christine erkundigen wollte. Irgendwie hatte ich ein Talent dazu, mir immer genau die Hunde auszusuchen, die entweder in ihrer Pflegefamilie bleiben durften, keine Katzen mochten, nicht zu Kindern konnten, oder einfach zu wild für meine Eltern waren. Also verließ ich mich auf Christines Urteil und wartete auf Vorschläge von ihr.

 

06.10.2010

Heute habe ich einen Vorschlag von Christine bekommen, es sollte Ginella sein. Ich las mir die Anzeige durch, beratschlagte mich, mit der Familie und es war noch nichts entschieden. Ich musste noch ein paar Tage darüber schlafen. Ginella war eine große Labrador-Retriever Hündin. Kann man mit so einem großen Hund ein 10 jähriges Mädchen spazieren gehen lassen? Ginella sah auf den Fotos sehr kräftig und bullig aus, ich hatte so meine Zweifel. Aber ich verließ mich auf Christines Urteil und wir machten aus, das wir Ginella in der Pflegefamilie besuchen fahren. Das warten fing wieder an :-)

 

15.10.2010

Es ist soweit, heute geht es zu Ginella. Ich bin aufgeregt und ich freue mich tierisch! Die fahrt kam mir ewig vor, obwohl es nur 1,5 Std. waren. Es war soweit, wir standen vor dem Haus der Familie und wurden gleich von reichlich Hundegebell begrüßt. In dieser Familie lebten 4 Hunde, ein eigener und 3 Pflegehunde. Wir kamen ins Haus und wurden mit Gebell und Schwanzwedeln begrüßt. Moment, da standen nur 3 Hunde, wo war Ginella? Ginella war sehr schüchtern und hatte sich gleich auf ihr sicheres Sofa verkrümelt. Alles gelocke und Süßholzgeraspel brachte nichts. Ginella war nicht zu überreden zu mir oder Christine zu kommen. Wir setzten uns, tranken Kaffee und wir ignorierten sie erstmal. Es waren ja noch 3 andere aufdringliche Hunde da :-) Wesley und Asita, auch Vermittlungshunde sprangen um mich herum, genossen jede Streicheleinheit und ich hätte sie beide gleich mitnehmen können, wenn da nicht ein paar Probleme wären. Meine neue Wohnung liegt im 1. Stock, Wesley darf aufgrund eines Autounfalls keine Treppen laufen, Asita ist zu wild für uns. Aber wir waren ja auch wegen Ginella da :-) 2 Stunden Kaffee trinken und eine Packung Leckerlies später fuhren wir nach Hause und ich konnte Ginella nichteinmal streicheln. Sie interessierte sich überhaupt nicht für mich, eher hatte sie Angst vor den Fremden im Haus. Im Auto auf dem Rückweg war ich sehr geknickt, denn diese wundervollen, großen bernsteinfarbenen Augen hatten sich in mein Herz gebrannt. Ich zweifelte immer mehr daran, das Ginella der richtige Hund für uns ist. Wir unterhielten uns viel und je näher wir nach Hause kamen, desto mehr war Ginella mein Hund. Ich sagte Christine, ich wolle das noch mit meinen Eltern besprechen und eine Nacht drüber schlafen.

Ich saß abends auf meinem Sofa und ich war mir sicher, das ich es schaffen würde diesem Hund die Angst zu nehmen und ihr ein wunderschönes zu Hause geben zu können, Ginella war mein Hund!

 

16.10.2010

Ich bin bei meinen Eltern und berichte über den gestrigen Nachmittag, erzähle aber nicht alles. Was würden sie sagen, wenn sie wüssten, das ich unser neues Familienmitglied nichteinmal streicheln konnte und das höchste der Gefühle ein vorsichtiges Leckerchen nehmen war? Nein, besser sie wissen es nicht. Sie waren eh schon skeptisch, weil Ginella so groß ist, aber in wirklichkeit ist die Süße noch größer als man auf den Fotos erkennt :-) Aber sie ist bei weitem nicht so bullig und kräftig, wie es scheint. Christine nahm mir die Angst, das Ginella evtl. Angstbeisser werden könnte und das es mit meiner Tochter keine Probleme geben würde. Sie bot mir an am Anfang viel für mich und Ginella da zu sein. Es sind ja auch noch 6 Wochen, bis sie bei uns einziehen kann. Erst steht noch die Renovierung und der Umzug ins neue Heim an und die beiden Fellnasen müssen sich auch vorher noch eingewöhnen. Geduld ist eine Tugend sagte mein Vater immer zu mir, also wollen wir uns mal dran halten :-)

Ich fragte meine restliche Familie, ob noch jemand wisse, ob jemand einen Hund wolle, rief meinen Onkel und meine Tante an und erzählte von Wesley, dem armen Kerl. Er ging mir auch nicht mehr aus dem Kopf. Wieder ein Hund mit einer zu Tränen rührenden Geschichte! Irgendwie muss ich ihm helfen.


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